Sonntag, November 28, 2004

Samstag, November 27, 2004

Junge beim Zahnarzt gestorben

Ein elfjähriger Junge ist im Kreis Höxter bei einer Zahnarztbehandlung gestorben. Der Junge hatte bei der Behandlung in einer Zahnarztpraxis unter Vollnarkose gestanden.

http://www.wdr.de/themen/panorama/8/zahnarzt_narkose/index.jhtml

Das sollten sich all' jene immer vor Augen halten, die meinen, eine Schönheits-Op sei ähnlich sicher wie ein FriseurBesuch oder eine TupperParty: Eine Vollnarkose ist eben NICHT ungefährlich, ebenso wie viele chirurgische Eingriffe. Wenn das die Patienten schon nicht wissen, dann wenigstens aber jeder Arzt.
Aber Ärzte sind eben auch nur Menschen und Menschen sind eben auch schlecht und böse. Schlecht, im Sinne von schlampig, fahrlässig, bequem, oberflächlich, nachlässig, dumm und überheblich. Böse, im Sinne von vorsätzlich.

Dienstag, November 23, 2004

Erwerbslos

ist das richtigere Wort für Menschen die keinen Job, keine bezahlte Tätigkeit haben. Arbeitslos klingt dumpf und dumm nach einem Begriff aus Zeiten und Orten mit Arbeitslagern und Zwangsarbeit, und er ist auch sachlich falsch.

Wie jeder spätestens seit der Existenz von Monarchie, Adel und des Beamtenstatus weiss, kann man auch reichlich für Nichtstun bezahlt werden. KANN.
Dem gegenüber gibt es Leute, die reiben sich zB in ehrenamtlicher oder sonstiger gemeinnütziger Tätigkeit auf, malochen also für lau - gelten aber als arbeitslos, obwohl sie mehr oder härter schaffen als etliche Erwerbstätige.

Der Begriff "arbeitslos" ist aber auch eine reaktionäre Diskriminierung aller Hausfrauen und Mütter, die von ihrem Mann mit einem Taschen- oder Hausfrauengeld oder als AlleinErziehende vom Staat versorgt werden.

Kinder können aber nicht die einzige Legitimation sein, dass ein/e Erwerbslose/r nicht als arbeitslos gilt. Es gibt viel zu tun, aber wenige, die es bezahlen (wollen). Ob jemand arbeitet oder nicht, also Arbeit hat oder nicht, können Aussenstehende schwerlich beurteilen. Nur ob jemand erwerbslos ist oder nicht, lässt sich - abgesehen von Schwarzarbeit - ziemlich klar sagen.
Wer erwerbslos ist, ist nicht zwangsläufig arbeitslos. Wer erwerbstätig ist, arbeitet nicht zwangsläufig.
PISA-Ergebnis: Das 3-gliedrige SchulSystem ist gescheitert
https://www.taz.de/pt/2004/11/23/a0107.nf/textdruck

Nicht nur das. Wie u.g. ist auch die Aufteilung in Altenheime und Kindergärten gescheitert, die Trennung in Blogger und Leser, die Zersplitterung der solidarischen Krankenversicherung in hunderte Einzelkassen, und vieles mehr. Wann wächst endlich zusammen, was zusammen gehört?
Ein beinahe revolutionäres Konzept

LeihEnkel im Altenheim: Endlich hat die alte Dame wieder jemand, der ihr zuhört, und der kleine Jules jemanden, der ihm Geschichten erzählt. Seit August treffen sich beide im selben Heim, die eine über 80, der andere gerade mal drei.
Der Leiter des Verbandes französischer Seniorenheime ist der Initiator des Experiments, bei dem Kinder von Senioren betreut werden, und umgekehrt. Das Modellprojekt läuft mittlerweile in fünf französischen Heimen und ist ein Versuch, zwei drängenden Problemen in der Europäischen Union entgegenzutreten: immer weniger Kinder stehen einer steil ansteigenden Zahl von Rentnern gegenüber.


Der ganze Beitrag des ZDF-Auslandjournals über das französische Experiment, Kindergarten und Altenheim für einige Stunden jeden Tag, zusammen zu legen, unter http://www.zdf.de/ZDFde/druckansicht/0,1986,2220629,00.html

Freitag, November 19, 2004

StandortVorteile nutzen

Hat die Regierung ja schon geschickt gemacht: Die sozialen Einschnitte im Zuge von Hartz IV finden im Winter statt, sodass die Wahrscheinlichkeit, dass es dann nochmal zu massenhaften Montags-Demos kommt, erheblich minimiert ist. Wer demonstriert schon gerne bei Minustemperaturen oder im Schneematsch.

Hatten ja auch die Castor-Transporteure schon erfolgreich praktiziert: Die Transporte in die kalte Jahreszeit verlegt, so dass es kaum noch Demonstrationen gab. Grade solche Aktionen sind ja von einer Art, denen man eben nicht alternativ mit virtuellen Blockaden begegnen kann.

Bei Hartz IV ist es ein bisschen anders. Statt auf der Strasse spazieren zu gehen, hätten die Engagierten auch alternativ diverse andere Aktionen machen können, wie zB Petitionen, UnterschriftenSammlungen, Gerichtsklagen, und und und - aber da war ja Sommer.

Eine ParallelGesellschaft aufbauen, die sich wieder auf die alten Talente der Tauschwirtschaft bezieht, mit alternativer Währung. Also einen eigenen Wirtschaftskreislauf entwickeln. Eine Parallelkultur gut ausgebildeter Erwerbsloser. Regionale Tauschringe gibt es schon lange im ganzen Bundesgebiet. Vernetzungen untereinander via Internet könnten womöglich noch weiter ausgebaut und verbessert werden.

Update: Eberhard Seidel: Häufig werden Einschränkungen zunächst bei den Minderheiten praktiziert, weil dort der Widerstand am Geringsten ist. Später werden sie auf weitere Teile der Gesellschaft ausgedehnt. Auch mit der Demontage der Sozialhilfe wurde bei den Nichtdeutschen angefangen. Genauso ist es bei den Einschränkungen von Demokratie- und Freiheitsrechten.
[im Interview mit der Telepolis vom 28.11.04]
FolterPolizist

Wieso eigentlich wird vom Angeklagten und seinen Sympathisanten die Folterandrohung damit gerechtfertigt, man habe das Leben des entführten Jungen retten wollen, wenn man doch aber davon ausgehen musste/konnte, dass der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit da schon nicht mehr lebte. Der Täter war gefasst und eigentlich sogar auch der Entführung überführt und es ging nun für den Täter quasi darum, welches Strafmass er zu erwarten hat, also wie lange er im Knast bleiben muss, was sich daran bemisst, ob er den Jungen "nur" entführt oder auch umgebracht hat.
Im Falle der Junge hätte zu der Zeit noch gelebt, stand der Täter also letztlich vor der Wahl, den Jungen lebendig finden zu lassen, indem er dessen Aufenthaltsort nennt, oder als Mörder bestraft zu werden, indem er schweigt. Der Entführer war kein Psychopath, also ist die Tatsache, dass er den Aufenthaltsort des Jungen nicht nennen wollte, doch eigentlich ein deutliches Indiz, dass der schon nicht mehr lebte. Mithin fällt der rechtfertigende Notstand weg, mit dem der angeklagte FolterPolizist sein Tun zu legitimieren versucht.
Im übrigen war der bestellte "Folter-Experte" schon auf dem Weg zum zu Folternden und es hatte sich sogar ein PolizeiArzt gefunden, dabei zu sein! Erinnert mich ein bisschen an die US-Praxis der in fremde Länder outgesourcten Verhöre, um dort mehr Freiheiten beim Umgang mit den zu Verhörenden zu haben.

Der angeklagte FolterPolizist Daschner war nicht mutig, wie einige behaupten, weil er ein vermeintlich überkommenes Tabu gebrochen habe. Er war mutig, weil er sich zu seinen FolterBestrebungen öffentlich bekannt hat. Dafür trägt er nun auch hoffentlich die Konsequenzen, denn sonst war es kein Mut. Der FolterPolizist war feige und er hat ein gutes Gesetz ignoriert. Feige, weil er sich dem gefühlten Druck der Öffentlichkeit, irgend etwas zu TUN, gebeugt hatte und für das eigene Image bereit war, das Gesetz links liegen zu lassen und einen Wehrlosen zu foltern. Denn ein Menschenleben zu retten gab es vernünftigerweise nicht mehr. Aber Polizist Daschner fehlte offenbar der Mut, dem Mob mit Vernunft zu kommen.
Wie ein StrafrechtExperte sagte, gilt dieses Folterverbot primär für den Staat und seine Bediensteten. So wäre zB der Vater des entführten Jungen, wenn er des Entführers habhaft geworden wäre und diesen gefoltert/gequält hätte, damit der den Aufenthaltsort seines hoffentlich noch lebenden Sohnes verrät, wohl anschliessend frei gesprochen worden. Notwehr, Affekt, emotionaler Not- oder Ausnahmezustand. Das gilt aber nicht für Justiz und Polizei. Die haben schliesslich andere Möglichkeiten und Instrumente. Legale.

Mittwoch, November 17, 2004

Schonhaltung
Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht

Dienstag, November 16, 2004

Quatsch

Mit Cortison bekämpft man mW keinen akuten AsthmaAnfall. Die verengten Atemwege werden vielmehr mit einem Sympathikomimetikum frei geboxt. Und weil das auf Dauer die Schleimhäute einsehbar wund macht, also das Gewebe entzündet, muss dann zur Unterdrückung dieser Wundreaktion Cortison her.

Ich hab es selbst erlebt, wie schon nach ein paar Mal Hinhalieren von Cortisonpulver allmählich der Gaumen taub wurde. Hab dann sofort das Zeug verbannt und alles getan, auch auf das Bronchialspasmolytikum verzichten zu können. Bis heute hat das ganz gut geklappt.

Btw: Das Cortison hat (der KKasse) pro Packung etwas über 100 DM gekostet und ich weiss noch, wie der Lungenfacharzt mir unbedingt schon die zweite Packung verschreiben wollte - auch auf Vorrat - obwohl ich die erste noch nicht verbraucht hatte. So alle paar Wochen etwa 120 DM für einen CortisonInhaler und sowieso noch ein paar Mark für das Spray, das hätte der SoliGemeinschaft einiges gekostet. Durch Selbststeuerung konnte ich mir selbst diesen NebenwirkungsMist erparen und der SoliGemeinschaft einige tausend Mark ChronikerKosten. Die Werktätigen in der Pharmabranche verdienen sicher nicht schlecht und können und müssen das verschmerzen.

Samstag, November 13, 2004

RechenExempel

Klar: Ein deutscher Medizin-Professor, der einen Patienten absichtlich fast umbringt, weil er weiss, dass er das hier in Deutschland praktisch folgenlos machen kann, wird sicherlich ALLES tun, den überlebenden Patienten hinterher wenigstens mundtot zu machen, wenn der später versucht, seinen Fast-Mörder zur Rechenschaft zu ziehen.

Der Fascho-Arzt hat zwei Dinge zu fürchten, im Falle er landet vor einem StrafGericht: Sein Ruf wird ruiniert - beruflich wie privat. Der reinweiss bekittelte, Fachbücher und -artikel schreibende, edle Autos fahrende, Goldkettchen tragende Elitebürger und Ex-MilitärArzt, würde plötzlich nicht nur als skrupelloser, Menschen verachtender PseudoArzt, Sadist und Schwerkrimineller erkennbar, der für Geld und Karriere mehr als nur über sprichwörtliche Leichen geht, sondern auch als Versager. Womöglich wird ihm sein Prof-Titel ab erkannt und er der Verachtung seiner Berufs- und Standeskollegen preisgegeben. Weniger, weil er PatientenLeben zerstört hat, sondern weil er sich hat erwischen und zur Rechenschaft ziehen lassen - so eine Niederlage und Schmach darf einem professoralen EliteBürger und erst recht einem Militär nicht passieren. Da sind eine ganze Menge Interessen und Mächte vor: Militärischer CorpsGeist, Rechtslastiges Gesindel jedweden Milieus und jeder Couleur, herrschende Politik, Medizinerschaft, akademisch-juristische Elite, und last and least die pekuniären Speichellecker, die als webloggend-müssigängernde Technoide und Emotionen drechselnde Verbal-Huren für Geld fast alles tun.

An zweiter Stelle wird der Täter einiges Geld an sein Opfer zahlen müssen. Für eine halbe oder viertel Million Euro muss wohl selbst ein Medizin-Professor etwas tiefer in seine Portokasse greifen.

Selbst wenn er diesen Betrag für die Vorfeld-Sabotage eines Strafprozesses einsetzen würde, also sein Opfer mit allen Mitteln erfolgreich daran hindern kann, dass es zu einer Anklage kommt, so hätte er damit immerhin noch seinen Ruf und seinen Titel gerettet.

Für eine halbe oder viertel Million Euro lassen sich sicherlich eine ganze Menge paramedizinische BloggerZombies und andere Faschisten bezahlen, die das Opfer mit einem DauerSperrfeuer verbaler und anderer Knüppel zwischen seine Beine am Vorwärtskommen hindern sollen.
Für jeweils ein paar tausend Euro wird der Täter mehr als genug männliche oder weibliche Seelen-Flittchen finden, die Sabotage üben - im Internet und ausserhalb. Gescheiterte Ost-Existenzen, LangzeitStudenten, geltungsgeile Schreiberlinge, HighTec-Freaks und andere moralische Windbeutel, die mit ihrer gelenkigen Schnauze und ihrer Technik jede Scheisse tun, die ihre ärztliche Geldquelle von ihnen verlangt. Für zB 10 bis 50 tausend Euro wird eine emotionale Schlüsselfigur sicher ein, zwei Jahre gern ein oder mehr seiner/ihrer Weblogs der Dressur und Manipulation eines lukrativen Lesers unterordnen.

Anders lässt sich kaum erklären, warum so viele Blogger ebenso penetrant und vehement wie grund- und sinnlos soviel Unsinn, Dreck und Müll zu einer Sache und Person äussern, die sie zu kennen vorgeben, aber tatsächlich nicht begriffen haben: Viel gesehn und nix verstanden, und weiter werfen als wie sie gucken können - Blindfische mit technisch verstärkten WurfArmen.

Die gleichen Blogger, die sich über die böse Bush-Administration, Folter in Guantanamo und Abu Ghraib empören, schlagen sich vor der eigenen Haustür auf die Seite solcher Folterer und Militär-Faschisten hier zu Lande. Im Schutz der Gruppe zu nölen ist schon einfach, noch billiger zu haben ist Kritik an Zuständen janz weit draussen. Es gibt nix Gutes ausser man tut es. Statt hier vor Ort auch nur einen hilfreichen Handschlag zu TUN, werden lieber ganze Wagenladungen salbadert.

Freitag, November 12, 2004

Patient mit ÄskulapNatter

Balsam und Gift [Ernst Kahl]