Sonntag, Dezember 26, 2004

Per son

Zu dem, was dem Ukrainischen Oppositionsführer widerfahren ist, sein, durch einen GiftAnschlag, entstelltes Gesicht, sagen EmotionsForscher: Nimmt man einem Menschen sein Gesicht, so nimmt man ihm eine wichtige Möglichkeit, zu wirken.

Das scheint richtig, denn das Gesicht ist die Kontaktstelle, mit der Menschen aus der anonymen Masse heraus Kontakt zu einander aufnehmen und es hilft auch bei der direkten Kommunikation den emotionalen Gehalt des verbal Gesagten besser einzuschätzen. Jedoch der Kern eines Menschen, seine Persönlichkeit, wirkt durch den Klang seiner Stimme. Per son = durch Klang. Die Stimme, ihr Klang, offenbart am unmittelbarsten die Persönlichkeit:

Die Stimme – sie kann säuseln und donnern, flöten und schmettern, sie kann schneiden wie Metall, klirren wie Glas und streicheln wie eine warme Hand. Die menschliche Stimme ist das stärkste, vielfältigste und wundersamste Instrument, das die Natur hervorgebracht hat. (Geo 12/98)

Die Stimme offenbart viel authentischer und direkter den inneren Zustand eines Menschen. Nimmt man einem Menschen seine Stimme, respektive verletzt sie durch Eingriffe in seine Gesundheit, so verletzt man damit auch grundlegend die Wirkung seiner Person auf seine Mitmenschen. Im schlimmsten Fall kann ein im Kern seiner Persönlichkeit getroffener Mensch mit seiner veränderten Stimme keine Empathie mehr bei seinen Mitmenschen hervorrufen, also keine Hilfe mehr mobilisieren.
Auch darum gibt es ja Institutionen und Gesetze: Um das, was den Mitmenschen an Mitgefühl und Empathie fehlt, auszugleichen durch sture Pflichterfüllung. Wenn aber auch Gesetze ignoriert werden und Institutionen versagen, dann ist der Mensch wirklich verloren.

Montag, Dezember 20, 2004

SEK-Terror

Der Vorgang dürfte mitlerweile bekannt sein. Der, den sie eigentlich fassen wollten, war wohl grad nicht zu Hause, aber auf dem Weg. Als er das PolizeiAufgebot vor seinem Haus sah, ist er umgekehrt, war zu lesen.

Ich verstehe nicht, warum die Staatgewalt die Zielperson nicht auf dem Weg ins oder aus dem Haus schnappt und dann in Ruhe seine Wohnung durchsucht. Stattdessen wird ein örtlicher Kleinkrieg ausgelöst, mit Tür eintreten, rumballern, Tiere erschiessen, Menschen terrorisieren. In dem Fall sogar noch Unschuldige. Aber auch wenn die Uniform-Elite das Ganze ein Stockwerk höher, also in der richigen Wohnung, durchgezogen hätte, wäre so eine TerrorAktion für die ahnungslosen Unschuldigen im Stockwerk darunter, Nachts um 3 Uhr womöglich auch ein Horror geworden. Also warum sowas überhaupt so gewaltsam gemacht wurde, kann ich sachlich nicht erkennen. Vermutlich wollen die SEK einfach nur ab und an auch mal losschlagen und lautstark zeigen, dass es sie gibt und jeder Bürger seinen Kopf einziehen soll, denn man könnte sich jederzeit auch in JEDER anderen Tür irren.

Solche SEK-Irrtümer erinnere ich in den letzten Jahren etliche - ich glaube in NRW hat es immer wieder solche Terror-Aktionen in falschen Wohnungen gegen Unschuldige gegeben.
Wie ein Polizist im Fall Daschner schon gesagt haben soll: Wir dürfen alles, wir können alles mit dir machen.

Sonntag, Dezember 19, 2004

KundenZucht für den RepressionsApparat

Hessen verfüge jetzt über das modernste Polizeigesetz aller Länder, sagte der hessische Innenminister. Dauert sicher nicht allzu lange, da hat dann Bayern oder Niedersachsen oder BaWü oder Sachsen das grade modernste.

Tolle Sache. In vielem stecken Justiz und Polizei zwar noch im Mittelalter oder der Nazizeit - was die technisch moderne TotalÜberwachung und die ZugriffsMöglichkeiten der StaatsGewalt angeht, da hält man sich dicht an die USA.
Wirtschaftsegoistisch nur logisch: Dieses Marktsegment ist dort vorbildlich dominant und die kriminalisierte Kundschaft ein grosser Wirtschaftsfaktor, also für hiesige Verhältnisse noch sehr ausbaufähig lukrativ.

Bei der Statistik im Ländervergleich muss man sich dann eben entscheiden:
Will Deutschland glänzen mit einer niedrigen VerbrechensQuote oder mit einer hohen AufklärungsQuote. Aber sicherlich gibt es bei den Kriminalitäts-Arten auch noch Qualitäts-Abstufungen. Zielvorgabe: Niedrige angezeigte Bäh-Kriminalität und hohe "Kavaliersdelikt"Zahl bei hoher AufklärungsQuote. Wenige angezeigte Morde, aber viele Drogen-, Verkehrs- und andere Delikte mit einer hohen Aufklärungsquote, das macht bestimmt viel her.

Also werden Tote möglichst als natürlich verstorben deklariert, und diverse harmlose Drogen für den Eigenbedarf zwar nicht mehr mit Knast bestraft, sie gelten aber weiterhin als kriminelles Delikt, und jeder Autofahrer wird totalüberwacht.

Schwere Delikte runter-manipulieren, leichtere Delikte hochtreiben und finanziell einträglich bestrafen. Das erste entlastet von Arbeit, spart also Zeit und Geld, und das zweite spült Strafgelder in die Staatskasse. Weniger Rechtstaat, mehr Gewinn.
Das Internet eignet sich zur Konspiration, nicht für Demonstrationen.
[Esther Dyson]
LauschAngriff (Wer vorbeugen will, weiss nie genug)

Der Chef der UN wurde abgehört, ebenso der von der internationalen Atomenergie-Kommission, der europäische UN-Hauptsitz in Genf ist seit Jahren verwanzt, wie man grad entdeckte.

Offenbar kennen die nationalen "Sicherheitskräfte" keine Tabus und Schranken.
SpitzelTechnik ist heutzutage für jedes neugierige Ferkel käuflich zu erwerben und vermutlich technisch mindestens so weit entwickelt, wie zur Zeit des Kalten Krieges die HighTech der Geheimdienste es war.

Jeder Mensch ist wenigstens so interessant wie eine Laborratte. Er muss nur auffällig genug erscheinen, dann finden sich sicher ein paar private oder berufliche Möchtegern-Versuchsleiter, die ihn herausgreifen und unter ihr Mikroskop legen.

Die Geheimnisse fremder Menschen sind für allzu viele unbedingt interessant - sei es um den eigenen Voyeurismus zu befriedigen, sei es um für sich diverse Vorteile heraus zu schlagen, direkt oder indem die Leute erpresst und/oder die Daten verhökert werden. Mann/Frau muss nur Arschloch genug sein.

Auch zum Thema: http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/961/24937/

Samstag, Dezember 18, 2004

Charakter

Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht, heisst es.

In den letzten Monaten und zwei Jahren war ich leider gezwungen, den Charakter etlicher Leute zu erkennen, die offenbar glauben, wer sich nicht in einer Gruppe, Masse, Clique versteckt, sondern solo auftritt, den kann man fertig machen. Für sie gelten offenbar nur die egoistischen Rechte der Stärkeren, im Internet wie im Dschungel.

Mittwoch, Dezember 15, 2004

Terroristin

Unterdessen sorgte eine vermeintliche "Schießerei vor dem US-Konsulat" am vergangenen Dienstag in Hamburg für Aufregung. Die angebliche bewaffnete Auseinandersetzung entpuppte sich schließlich als Betriebsunfall: Mit ihrem Bürostuhl stieß eine Angestellte im Polizeidienst (AIP) an einen Heizradiator, der umfiel und dabei eine Maschinenpistole (MP) der Firma Heckler und Koch aus der Wandverankerung riss. Daraus löste sich ein Schuss, der im Fensterrahmen einschlug. Ein Splitter verursachte eine Verletzung im Gesicht ihres Kollegen.

Das ganze Drumherum dazu, in der Telepolis unter http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19028/1.html

Dienstag, Dezember 14, 2004

1 Euro Jobs

Wie schon seinerzeit bei den ABM-Stellen ist es ein Problem wie zwischen Skylla und Charybdis:
Diese Jobs dürfen nicht von der Art sein, die eigentlich von regulären Jobbern erledigt werden möchte, wie zB fachlich durchaus anspruchsvolle GartenbauTätigkeiten, weil dann gibt's Ärger mit den BerufsVerbänden der LandschaftsGärtner, die durch verlorene behördliche Aufträge ihre Existenz bedroht sehen.

Die gemeinnützige Arbeit durch Erwerbslose darf wiederum aber auch nicht dermassen zusätzlich also eigentlich nicht notwendig und damit ziemlich überflüssig sein, weil das dafür ausgegebene Geld dann verschwendet wäre, es also sinnvoller wäre, die Erwerbslosen zu Hause zu lassen und die Zusatzkosten für die 1-Euro-Jobs zu sparen.

Die "Lösung" dieser ZwangsArbeitsfrage, sah bei einigen ABM- und anderen Massnahmen vom ArbeitsAmt bisher auch schon mal so aus, dass man die Erwerbslosen unter gesundheitlich bedenklichen bis gefährlichen Bedingungen arbeiten liess, für die reguläre Arbeitskräfte zu teuer wären, weil das von SpezialFirmen mit SpezialAusrüstung gemacht werden müsste und/oder sich für solche Arbeiten nur ganz schwer reguläre ErwerbsKräfte finden lassen.

Stattdessen beordert man mit harmlos klingenden TätigkeitsBeschreibungen dann Erwerbslose, lässt die im Unklaren über die genauen Umstände der Arbeit, gibt sich vielleicht selbst unwissend und sagt, die Leute sollen machen. Es ist eine ganz üble Masche, weil die Leute weitestgehend isoliert sind, keine Lobby haben und das ArbeitsAmt - wie man so treffend sagt - sie bei den Eiern gepackt hat, will sagen, den Geldhahn abdreht, wenn die nicht so spuren, wie sie sollen - und das schlägt dann natürlich sofort existenziell bedrohlich durch, weil der Erwerbslose keinerlei finanzielle Reserven hat.

Morgen, Kinder, wird's nichts geben!
Nur wer hat, kriegt noch geschenkt
Mutter schenkte euch das Leben.
Das genügt, wenn man's bedenkt.
Einmal kommt auch eure Zeit,
Morgen ist's noch nicht so weit.


["Erich Kästners Weihnachtslied von Wulf Segebrechts chemisch gereinigt"]
via www.spiegel.de

Mehr zum Thema:
http://www.rbb-online.de/_/kontraste/beitrag_jsp/key=rbb_beitrag_1610530.html
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19015/1.html
Klapse

Deutsche Gründlichkeit:

1940/41 werden in insgesamt sechs Vergasungsanstalten 70 273 Menschen ermordet. Das Gas liefern die IG Farben Ludwigshafen. Das Zahngold der Ermordeten bekommt die Degussa. Die Gehirne verarbeiten das Kaiser-Wilhelm-Institut für Gehirnforschung in Berlin und das Kaiser-Wilhelm-Institut für Psychiatrie in München (beide heute Max-Planck-Institute).
Den Gasmord organisiert eine Zentralstelle in der Berliner Tiergartenstr. 4 (T4). Im August 1941 verordnet Hitler einen Vergasungsstopp. Dennoch wird weiter gemordet: mit Medikamenten, mittels Hunger, im Einzelfall per Elektroschock. Ein weltweit einmaliges Verbrechen: Psychiater versuchen, ihre Kranken auszurotten.

Die deutsche Psychiatrie brauchte die Nazis

Zwischen 1933 und 1945 geschieht nichts, was nicht Psychiater lange vor den Nazis gefordert hatten. Emil Kraepelin 1918: „Ein unumschränkter Herrscher, der ... rücksichtslos in die Lebensgewohnheiten der Menschen einzugreifen vermöchte, würde im Laufe weniger Jahrzehnte bestimmt eine Abnahme des Irreseins erreichen können."

Ernst Rüdin 1934: „Der Psychiater muß sich mit den Gesunden gegen Erbkranke verbünden ... Dem hohen Zuchtziel einer erbgesunden, begabten, hochwertigen Rasse muß der Psychiater dienstbar sein."

Psychiater diffamierten ihre Patienten aus Schwäche, denn sie kannten weder Therapie noch Heilung. Sie beseitigten zuerst jene, die ihnen ihr Unvermögen vor Augen führten: die chronisch Kranken, die sog. Unheilbaren. Der nahezu unaussprechliche Höhepunkt deutscher Psychiatriegeschichte: sie sagten „behandeln", wenn sie mordeten.
Es gibt keinen Psychiater, der dem Massenmord Widerstand leistete. Im Gegenteil: Direktoren der württembergischen Anstalten besichtigen die Vergasungsanstalt Grafeneck, die Vergasung ihrer Patienten inklusive. In der bayerischen Diakonie-Anstalt Neuendettelsau meldet Rektor Lauerer Patienten nach, weil sie als Hilfskräfte für die Hausarbeit nicht in Betracht kommen. Die westfälische Heilerziehungsanstalt Wittekindshof bittet die Generalstaatsanwaltschaft Hamm, schwierige Patienten in ein Arbeitslager, sprich: KZ, einzuweisen.
Die Vernichtung der Unheilbaren versetzte die Beteiligten, so T4-Psychiater Prof. Friedrich Panse, in „eine berauschende Gehobenheit". Prof. Paul Nitsche, psychiatrischer Leiter beim Massenmord: „Es ist doch herrlich, wenn wir in den Anstalten den Ballast los werden und nun wirklich richtige Therapie treiben können."

Die Traueranzeige der Psychiatrischen Universitätsklinik Düsseldorf für Prof. Friedrich Panse gipfelt in dem Satz: „Ein Leben der Arbeit im Dienst leidender Mitmenschen ... ist vollendet." Panse war T4-Gutachter, d.h. er gutachtete Patienten in die Gaskammer. Wer Täter ehrt, mordet ihre Opfer noch einmal.


Aus einem Referat von Ernst Klee am 6. August 1999 am PI der Universität Hamburg

Montag, Dezember 13, 2004

Die Sado-Maso-Salons werden mir zu teuer. Ich gehe jetzt vermehrt zur Dentalhygienikerin. [Gerhard Kocher, "Vorsicht, Medizin!"]

Donnerstag, Dezember 09, 2004

StudienGebühren jetzt sofort und überall!

Und die eingenommene Kohle hinein in Haupt- und GesamtSchulen!

Die allermeisten Studis heute, haben wohlhabende und AkademikerEltern. Kinder aus armem ArbeiterHaushalt sind die seltene Ausnahme.

Wer ein "OrchideenFach" studieren will oder als Bummelstudent sein Leben an der Uni verbringen will, sollte ein MindestMass an MakroÖkonomie lernen und sein Hobby selbst finanzieren.

Wer beruflich Ziel gerichtet studiert, kann anchliessend noch am ehesten mit einem gut bezahlten Job rechnen - ob hier oder im Ausland - da ist es nur recht und billig, mit einem Teil davon das Studium als günstiges staatliches Darlehen zu re-finanzieren.

Sich nur zu immatrikulieren, um mit dem StudiAusweis jedes Semester Geld werte Vorteile ab zu greifen, immerhin etliche hundert Euro pro Halbjahr, würde sich bei StudienGebühren auch kaum noch lohnen.

An die Hochschulen gingen dann nur noch überwiegend hochmotivierte und/oder sehr befähigte Studenten, was die StudienBedingungen für die Verbliebenen, auch ohne extra FinanzSpritze in die Hochschule, schon verbessern würde.

Sonntag, Dezember 05, 2004

Sich regen bringt Segen Regen(für andere)

Von den jährlich 40.000 Amputationen, die wegen einer Durchblutungsstörung in Deutschland durchgeführt werden, wären 32.000 vermeidbar. Voraussetzung: Die Patienten müssen ihre Beschwerden früher ernst nehmen und Ärzte konsequenter behandeln.
Quelle: WernerSchell-Pflegeportal

Hinderlich daran sind leider auch etliche bekloppte Mitmenschen (zu viel Mit, zu wenig Mensch), die gerne so eine nazistische Haltung der empfindungslosen KörperStählung kultivieren wollen - vorzugsweise bei anderen (sanft zu sich selbst - knüppelhart zu anderen). Da werden dann Menschen mit GesundheitsProblemen als Jammerlappen und Heulsusen diffamiert. An solchen Zuchmeistern und -meisterinnen sind Folterknechte verloren gegangen. Das ist nicht nur unmenschlich, unter'm Strich ist es auch unwirtschaftlich.

Im Falle von gutartigem ProstataKrebs, ein von Ärzten schwer verletzter Patient:
"Ich fühle mich von den Chirurgen und Chefärzten irgendwie überfahren. Für sie war vorrangig zu operieren. Sie wollen davon leben. Ich finde das nicht so toll, dass man sich da hinlegt, obwohl es nicht nötig ist."

Und ein Arzt: "Die Zahl von Personen, die unnötigerweise diagnostiziert werden und einer Behandlung eventuell zugeführt werden, ist erheblich. Der Behandlung zuzuführen bedeutet in diesem Fall, dass eine unnötige Behandlung durchgeführt wird und dass unter Umständen Nebenwirkungen wie Inkontinenz und Impotenz auftreten, die vermeidbar gewesen wären."
Quelle: Frontal21-Bericht

Sexuelle Impotenz als Folge ärztlich impotenten ÜberEifers ist sicher irgendwie besonders unschön, aber zum Glück weiss die Chirurgie hier auch gleich Abhilfe. Dauersteife oder aufpumpbare Implantate oder ambulante Injektionen, selfmade kurz vorm Akt, versprechen Erlösung. Wie gut, Nutzniesser eines der besten Medizinwesen - ganz Verblendete sagen sogar Gesundheitswesen dazu - sein zu dürfen, das je von einer Bevölkerung Besitz ergreifen konnte.

Samstag, Dezember 04, 2004

Rache [aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie]

Die Rache wird seit je als Bestandteil der menschlichen Natur aufgefasst, und ebenso auch vielen Tiere, wie etwa Elefanten, zugeschrieben, die niemals vergeben und vergessen. (Dies alles unterscheidet die Rache nicht von z.B. der Dankbarkeit.)

Sozial gesehen, dient die Rache der Wiederherstellung verletzter Ehre, wenn anders diese nicht Genugtuung findet. Formen der Rache sind bei Mangel an zentraler Rechtsprechung verbreitet (vgl. die "Blutrache"); auch im kleinen Rahmen in Gemeinschaften, in denen Kränkungen offiziell nicht vorkommen dürfen und nicht zugegeben werden können.

Verzicht auf Rache gilt als Tugend von Hochgestellten (als "Großmut"), auch als christliche Tugend ("Barmherzigkeit").


Bei der Rache geht es "nur" um verletzte Ehre, also um etwas Virtuelles. Da kann man auch schonmal virtuell grossmütig und virtuell barmherzig sein. Eine ganz andere Kragenweite sind richtige Verbrechen, die dann folgerichtig auch nur mit BlutRache vergolten werden können - wenn der Staat trotz GewaltMonopol nicht für Gerechtigkeit sorgt.

Blutrache [aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie]

Die Blutrache ist ein Prinzip zur Sühnung von Verbrechen. Hierbei straft die Familie des Opfers den Täter und seine Familie, oftmals auch um die Familienehre widerherzustellen. Theoretisch gilt hierbei das Prinzip "Auge um Auge", d.h., dass durch den Tod des Mörders der Konflikt beendet wurde. Dabei ist es nicht unüblich, dass beide Familien unter Hinzuziehung eines Schlichters in einem Treffen das Vorgehen abklären. In der Tradition anderer Völker ist die Strafe dagegen oftmals schlimmer als das vorangegangene Verbrechen. Die Blutrache führt hier auch oft zu langen, blutigen Auseinandersetzungen, da die bestrafte Familie meist Rache für die Strafe nimmt, die andere Familie wiederum dafür Rache nimmt usw. Die Blutrache wurde erstmals ca. 2000 v. Chr. durch verschiedene Gesetzessammlungen in Babylon wie dem Codex Hammurapi verboten. Die Blutrache ist Kennzeichen von Rechtssystemen, in denen der Staat nicht in der Lage ist, für Recht und Ordnung zu sorgen (staatliches Gewaltmonopol), so auch in Deutschland im Mittelalter oder auch heute noch in Albanien.


Zweierlei fällt mir auf: Weil die Strafe oft schlimmer ist als das vorangegangene Verbrechen, entsteht eine EskalationsSpirale, was bei der Regel Auge um Auge, Zahn um Zahn, nicht so ist, also ist diese alttestamentarische Regel allein schon ein christlicher, barmherziger Beitrag zur Zivilisierung.

Die Blutrache wurde also erstmals durch Gesetze verboten in Babylon. Babylon - war da nicht was?
Wenn unter der NeonReklame christlicher Barmherzigkeit tatsächlich der Teufel sein blutiges Handwerk verrichtet und das Publikum Beifall klatscht ...

Freitag, Dezember 03, 2004

Zum Kotzen

Viel zu viele Arschlöcher fühlen sich offenbar berufen, mir ungefragt und dennoch vorwurfsvoll LebenshilfeTipps um die Ohren zu hauen, wie nasse Waschlappen. Absoluter Tiefpunkt dabei ist, dass diese aufdringlich-penetranten Unverschämtheiten auf der Basis von Informationen passieren, die mit illegitimen Mitteln meiner Privat- und Intimsphäre entrissen wurden. So in etwa wenn die Nachbarin durch die Zimmerwände die Telefongespräche mithört und meine Post heimlich liest um mich dann im Treppenhaus abzupassen und mir mit schlecht verhüllter Süffisanz oder Genervtheit Ratschläge zu erteilen, wie ich die Probleme meines Lebens am Besten zu regeln hätte. Wie pervertiert im Kopf muss man sein, um sowas normal zu finden? Egal, ob diese Leute für solch kranke Praktiken bezahlt werden oder aus EigenPerversion handeln.
Warum kann solches Pack seine augenscheinlich überflüssige Energie nicht auf die Lösung offen zu Tage liegender Probleme verwenden, sondern popelt im Leben anderer Menschen rum? Haben die Leute kein eigenes Leben? Auf welchem Planeten wurden die sozialisiert, Hilfe nicht fragend an zu bieten, sondern aggressiv drauf los zu poltern? Vermutlich war's der Wüstenplanet.

Mir gehen auch diese ganzen geschichtslosen Bekloppten auf den Sack, die mit ihrer deformierten Psyche das Wort Einzelgänger oder Eigenbrödler zu negativen Begriffen verbiegen, dass daraus dann Terrorist oder Amokläufer wird. Klar, das einzig Gute, Wahre und Schöne ist die Volksgemeinschaft. Ringelpietz mit Anfassen und die Dreifaltigkeit aus Blogwart, Herbergsvater und Führer.

Dazu kommt: Besserwisserische Leute, deren DENKEN an der Gürtellinie endet, kann ich persönlich nicht als Gesprächspartner für voll nehmen. Das sind sabbelnde, labernde Platzhalter an Stelle echter Menschen. Nervige Zeitdiebe. Entweder interessiert fragen oder Maul halten!
Da schreibt doch einer tatsächlich einen ganzen langen Artikel mit einer Auflistung der wunderbaren Eigenschaften von ÜberMenschen. ErkenntnisGewinn: Null Komma Nix.
Das Ideal des edlen, hilfreichen, guten und dennoch unverwüstlichen Übermenschen, so in etwa wie die fantastischen, sich aus jedem AtomisierungsZustand wieder re-konfigurienden Androiden, die Arnold Schwarzenegger dargestellt hat. Wer sowas glaubt, auf echte Menschen übertragen zu können, der hat doch nicht mehr alle Paddel im Wasser.

Wie sagte mal Kübler-Ross sinngemäss: Meist haben nicht die Betroffenen selbst ein Problem mit der traurigen oder grausamen Wahrheit ihres desolaten GesundheitsZustandes, sondern ihre Mitmenschen können der Wahrheit schwer ins Auge sehen. Innere Trägheit und soziale Unverbindlichkeit? Vermutlich, denn wenn die eigentlich Betroffenen umgekehrt noch Hoffnung und Ideen haben, sind es oft widerum diese ach so tollen Mitmenschen, die nicht mitziehen.

Donnerstag, Dezember 02, 2004

[Angebot]

Wirkliche Reformen - nicht nur GeldGeschiebe


In Japan heisst Frühling die Zeit der Kirschblüte. Ende April, Anfang Mai, wenn die Kirschbäume in voller Blüte stehen, schliessen in Japan die Fabriken, um den Leuten freie Zeit zum Genuss der FrühlingsPracht zu geben. Wie lange das ist, ob nur einen Tag, ähnlich wie hier der 1.Mai, oder eine Woche oder sogar noch länger, weiss ich nicht, aber spontan fiel mir ein, dass es eigentlich eine tolle Sache ist. In vielfacher Weise. Weil der Anlass ein wirklich konkret erfahrbarer ist, nicht wie bei uns zB Weihnachten und Ostern virtuelle Feiertage, deren Inhalte nicht unentrinnbar auf der Hand liegen, sondern die man sich erst "erarbeiten" also für sich klar machen muss, die aber heutzutage rein kommerziell sind. Im Gegensatz zur Kirschblütenzeit.
Ein weiterer Vorteil, im Frühling ein paar Tage national mehr Freizeit zu haben könnte zum einen darin liegen, dass viele Menschen in der Zeit ohnehin mit FrühlingsMüdigkeit zu kämpfen haben, also dann beruflich eh nicht sehr produktiv sind. Aber es ist natürlich auch die Hochzeit der FrühlingsGefühle. Grade in einem Land das über zu wenig Nachwuchs klagt, könnte mehr Freizeit im Frühling diesbezüglich einen UmkehrSchub bringen. Denn bekanntlich ist Stress ein Lustkiller. Also mit nur einem freien Tag (1.Mai) kann man keinen beruflichen DisStress abbauen.

Seit neuerem gibt es aber auch eine ganz interessante Analyse - wiederum aus der AuslandPerspektive - nämlich dass die deutsche Tradition, den JahresUrlaub im Hochsommer zu nehmen, wirtschaftlich eher unvernünftig ist, weil es genau diese Wochen sind, in denen die Menschen, über's Jahr gesehen, am Leistungsfähigsten sind! Also ausgerechnet dann, wenn sie im Beruf am Produktivsten sein könnten, nehmen und bekommen die Deutschen ihren JahresUrlaub. Und dort werden dann wie bekloppt die überschäumenden Energien in RisikoSportarten verheizt, vermutlich mit dem beruflichen SekundärSchaden, dass nach dem Urlaub etliche Leute wegen SportVerletzungen krank geschrieben sind.

Aber anstatt nun solche überkommenen Traditionen ein bisschen zu schütteln, die tatsächlich und eigentlich der menschlichen Natur zuwider laufen und darum wahrscheinlich am Willkommensten geändert werden könnten, ziehen die betriebsblinden Politiker weitere Daumenschrauben bei den Erwerbstätigen und Erwerbslosen an und erzeugen so noch mehr Stress in einem ohnehin schon brodelnden Hexenkessel, und ZusatzFrust bei eh schon Enttäuschten.
Ihr seid doch echt bekloppt. Ihr bekommt soviel Kohle, aber leistet euch nichtmal einen produktiven Querdenker und geistigen Optimierer gesellschaftlicher Prozesse einer StagNation.
Ich empfehle mich hiermit ganz ausdrücklich für eine deratige BeraterTätigkeit auf HonorarBasis ! Anfragen und ernstgemeinte Angebote bitte an obige eMailBox.


Generalstreik

Dienstag hat es in Italien einen Generalstreik gegeben. Der 4. seit Berlusconis Amtsantritt 2001.
Der Streik richtete sich gegen die geplanten Steuersenkungen, die aber von den Gewerkschaften und der linken Opposition als Geschenke für die Wohlhabenden zu Lasten des Sozialstaats angesehen werden.

Hat es in der Bundesrepublik jemals einen Generalstreik gegeben? Nein. Wäre einer hier überhaupt denkbar? Nein, weil is verboten.
Zum Beispiel ein Streik gegen die exorbitanten Altersbezüge und Übergangsgelder für BundesMinister, denn diese Gelder fehlen solange an anderer Stelle, zB für soziale Projekte. Alle wissen das, alle - bis auf die betroffenen Nutzniesser - stört das, aber keiner ruft zum Streik oder wenigstens zur Demo oder auch nur zur UnterschriftenSammlung auf. Pennt die Gewerkschaftsführung? Oder zocken Sommer, Bsirske und Consorten ähnlich üppig ab, wie die Minister und halten sich darum bedeckt? Eine Krähe hackt der anderen ... Eine Hand wäschst die andere. Und die Studis vom AStA oder wer sonst früher sich mit dem Organisieren von Demos schonmal in MassenMobilisierung, PersonalManagement und Logistik geübt hatte - der macht das heute wohl lieber in Seminaren und übt sich ansonsten in Unauffälligkeit und Folgsamkeit zur MachtElite, um seine KarriereChancen nicht zu riskieren.
Scheisse alles. Der deutsche Michel mit der Schlafmütze auf dem Kopf ist noch immer aktuell. Nur die Mütze ist heute modern aus Synthetic und wird in Fernost gefertigt.

Mittwoch, Dezember 01, 2004

Zufällig vorgestern in Report aus München, dem "Schwarzen Kanal" des Bayerischen Rundfunks gesehen:

Das Netzwerk rechts-extremer Frauen


Zwei Freundinnen an der Spitze einer Gruppe, die sich angeblich vor allem gegen Kinderschänder engagiert: die Aktive Frauen Fraktion – kurz AFF. Doch eigentlich sind sie in einer ganz anderen Szene tätig - als Veranstalter von konspirativen Skinhead-Konzerten.

Engagement nur gegen Kinderschänder oder auch für die rechtsextreme Frauenfraktion? Die Führerin der AFF aus Württemberg hat dieses Jahr beispielsweise das bundesweite Treffen des rechtsextremen Wikingerversandforums im Namen der Aktiven Frauen Fraktion organisiert. Kein Häkelverein, sondern kämpferische Aktivistinnen – so beschreiben sie sich selbst.

Doch die rechtsextreme Frauengruppe wird vom Verfassungsschutz einfach unterschätzt. Ihre Bedeutung als Konzertveranstalter wird heruntergespielt, bei manchen Konzerten scheint der Verfassungsschutz nicht einmal zu wissen, dass die Gruppe an der Organisation beteiligt war.

Aber auch der Einfluss rechtsextremer Frauen wird einfach unterschätzt. Das nutzen die Neonazis zur Imageaufbesserung – denn Frauen wirken nicht so aggressiv wie Männer. Doch ideologisch stehen die Frauen den Männern in nichts nach.
Der vollständige Text
http://www.br-online.de/daserste/report/archiv/2004/00199/druckversion.html

Und aus einem anderen Text, der dort verlinkt ist:
Völkischer Rassismus und Emanzipation, Goebbels und HipHop, Blut und Boden und eine lesbische Lebensgemeinschaft werden in der rechtsextremen Lebenswelt nicht mehr als unüberwindbare Widersprüche empfunden.

Eine scheinbar zeitgemäße Mischung aus Fremdenhass und Gleichberechtigung, die Brücken in die Mitte der Gesellschaft schlägt.
„Je normaler diese Frauen auftreten, desto erfolgreicher dürften sie sein, das ist eine große Gefahr“
Redaktionen leben in Angst vor der Normalität, und rechtsextreme Frauen sind oft normal, politisch so gefährlich normal, dass sie kaum eine Fußnote in der Berichterstattung wert sind.

Bisher dachte auch ich tatsächlich, dass sich (scheinbar) moderne Frauenrollen nicht vertragen mit rechter Ideologie. Aber nach dem Lesen einiger der o.g. verlinkten Texte, kann frau offenbar lesbisch, emanzipiert, selbstständig und dennoch rassistisch, faschistisch und partiell unterwürfig sein, also nach eigenem Urteil "sauber ticken". Gefährliche Schein-Normalität.

Fasst man zusammen, was irgendwie nicht zusammen passt, nämlich dass der Verfassungsschutz gefährliche rechtsradikale FrauenNetzwerke angeblich nicht kennt, obgleich die rechtsradikale NPD von Leuten des Verfassungsschutzes durchsetzt ist, dann entsteht ein beunruhigender GesamtEindruck.

Siehe auch: http://gehe.blogspot.com/2003/12/persnlicher-rckblick-im-fadenkreuz-von.html